Ganz egal was man schreiben möchte, ob es ein Plot für ein LARP Event ist, ein Abenteuer für die Pen & Paper Spielrunde oder gar ein eigener Fantasy Roman, es gelten immer die gleichen Regeln wie man seine Geschichte richtig aufbaut. In meinem heutigen Artikel möchte ich näher auf diese Regeln eingehen und einige Tipps geben, wie man den perfekten Plot erstellt. Außerdem habe ich ein Tool gefunden, das einem die Arbeit ziemlich erleichtern kann.
Am Anfang steht immer die Idee. Gute Ideen sind leider sehr flüchtig und kommen zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Daher ist es empfehlenswert immer einen Block und was zu schreiben dabei zu haben um seine Ideen gleich festzuhalten, bevor man sie wieder vergisst. Alternativ kann man auch ein Diktiergerät verwenden, ich persönlich trag meinen iPod immer mit mir herum und nutze die Sprachmemo Funktion. Nicht nur die eigenen Ideen sollte man festhalten, ganz wichtig ist es auch festzuhalten, was einem an anderen Geschichten besonders gut gefällt und was gar nicht. Es geht dabei weniger darum Ideen zu klauen, sondern darum, ein Gespür dafür zu bekommen, was gut ankommt und was nicht.
Jetzt kann man sich daran machen, seine Ideen zu Papier zu bringen, aber wo fängt man am besten an? Am Anfang und am Ende. Ja, richtig gelesen, das Ende schreibt man am besten gleich nach dem Anfang. So weiß man genau, worauf die ganze Geschichte rauslaufen soll und man kann sich Gedanken machen, wie man von A nach B kommt. Es empfiehlt sich hier, die ganze Sache szenenbasiert anzugehen. Die perfekte Geschichte entwirft man in 3 Schritten. Im ersten Schritt entwirft man das Grundgerüst. Im zweiten Schritt verfeinert man das Gerüst und die Geschichte drum herum. Im dritten Schritt schleift man die Kanten ab und verfeinert letzte Details oder wird überflüssige Elemente los.
Der erste Schritt:
Wie bei einem Bauplan entwirft man zunächst einmal die Anfangsszene und die Endszene. Dazwischen kommen dann nach und nach die wichtigen Szenen. Im ersten Entwurf kommt es vor allem darauf an die Story zu entwickeln. Dabei muss man sich im Kopf behalten, welche Elemente eine gute Geschichte ausmachen:
- Einführung
- Steigerung
- Höhepunkt
- Auflösung
- Abschluss
Fehlt eines dieser Elemente, dann ist die Geschichte nicht komplett und wird bei den Spielern Unmut hervorrufen. Oftmals empfiehlt es sich, schon in der Einführung einen Ausblick auf den Höhepunkt zu geben. Das kann z.B. durch ein kurzes Auftauchen des Endgegners der Fall sein.
Außerdem sollte man sich im ersten Schritt schon über seine Charaktere Gedanken machen. Was ist der Oberbösewicht für ein Mensch (Elf, Ork, Dämon etc.)? Warum handelt er so, wie er es tut? Was sind seine Ziele, wodurch wird er motiviert? Wenn man sich Antworten auf diese Fragen überlegt, dann bekommt die ganze Geschichte gleich viel mehr Tiefe. Keinen reißt es vom Hocker, wenn es heißt, dass der Bösewicht böse ist, weil er eben böse ist… Es empfiehlt sich hier für die Festrollen NSCs Handouts zu schreiben, die genau diese Fragen kurz und knapp zusammenfassen. Zusätzlich kann das Handout auch noch eine 20 Seiten Hintergrundgeschichte zum Charakter haben, aber es ist überaus wichtig, dass die Hauptmerkmale des Charakters kurz und knapp zusammengefasst sind.
Beim Schreiben der einzelnen Szenen empfehle ich, sich selber ein Ziel zu setzen. Eine Szene am Tag schreiben, egal ob einem die Ideen ausgehen oder nicht. Das ist möglich, ich hab es selbst ausprobiert. Verfeinern kann man immer noch, es ist erst mal wichtig alles zu Papier zu bringen. Gleichzeitig sollte man auch nach einer Szene aufhören, auch wenn man noch Ideen für eine weitere hat. Dadurch behält man sich die Energie für den nächsten Tag. Am Ende des ersten Schrittes sind also die Grobentwürfe fertig. Man hat eine Reihe von Szenen, die sich aneinander Reihen und eigentlich schon die komplette Geschichte darstellen. Jetzt muss man sein Werk erst einmal abkühlen lassen. Man hat sich ein paar Tage Ruhe verdient.
Der zweite Schritt:
Nun ist es an der Zeit, sein Werk noch einmal gründlich von Vorn bis Hinten durchzulesen und sich dabei Notizen zu machen. Besonderes Augenmerk sollte man darauf richten, ob die Szenen sanft ineinander übergehen und die Schritte gleichmäßig sind. Wenn die Einführung sehr lang ist und die Steigerung zum Höhepunkt sehr kurz, dann muss man jetzt den einen Teil kürzen und dem anderen eventuell einige Szenen hinzufügen. Man sollte auch darauf achten, ob die Szenen auch wirklich in der richtigen Reihenfolge sind. Wenn man sich jetzt seine Geschichte durchliest, sollte sich ein Hauptthema herauskristallisieren. Das kann alles Mögliche sein, der ewige Kampf Gut gegen Böse, der aussichtslose Kampf einer Minderheit um Freiheit… etwas in der Art. Hat man das Hauptthema seiner Geschichte gefunden, dann sollte man die ganze Geschichte noch mehr auf dieses Thema hin trimmen. Das gibt dem ganzen noch mehr Geschmack. Die wichtigsten Schlüsselszenen sollte man sich markieren. Das sind die Szenen, die unbedingt stattfinden müssen, damit die Geschichte funktioniert. Die restlichen Szenen können dann evtl. aus Zeitgründen entfallen, falls die Spieler nicht schnell genug vorankommen. Für Spieler ist es oft sehr frustrierend, wenn sie einfach von der Geschichte und der Spielleitung vorangetrieben werden. Spieler müssen glauben, dass sie die Geschichte vorantreiben (der Glaube daran reicht, es muss nicht wirklich so sein) . Darum ist es sehr sehr wichtig, dass die Geschichte logisch ist. Mir hilft es immer, die Geschichte rückwärts durchzudenken und mich dabei zu fragen: „Ich bin zu diesem Punkt gekommen, weil…“. Wenn die Geschichte vorwärts und rückwärts stimmig ist, kann schon fast nichts mehr schiefgehen. Sobald es soweit ist, lässt man sein Werk erneut abkühlen.
Der dritte Schritt:
Der dritte Schritt beschreibt sich sehr kurz, kann aber nochmal einige Zeit in Anspruch nehmen. Man hat jetzt eine an sich schon fertige Geschichte vor sich. Zunächst liest man sie noch einmal in Ruhe durch. Jetzt kann man damit anfangen zu experimentieren. Einfach mal schauen, wie sich die Geschichte entwickeln würde, wenn man einige Szenen ändert. Das Original aus dem zweiten Schritt sollte man dabei aber nicht verändern, sondern nur immer eine Kopie. Hier bekommt die Geschichte jetzt den letzten Schliff und als Spielleiter kann man sich gleich Gedanken machen, was man tun kann, wenn es mal nicht so läuft, wie es ursprünglich geplant war.
Ich habe euch noch ein Tool versprochen. Hier gibt es eine kostenlose Software, die es einem einfach macht, seine Szenen und Charaktere zu verwalten: Storybook
Viel Spaß beim Plotschreiben!
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