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Dez

Von Rollenspielern und Postillons

   Posted by: Nick   in Allgemein, Fundstücke

Gestern bin ich im Postillion (hier der Original Artikel) auf einen Artikel aufmerksam geworden der sich damit beschäftigt wie lange der 08/15 Rollenspieler im Mittelalter wohl überleben würde. Obwohl der Artikel auf einer Wissenschaftlichen Basis beruht und ordentlich recherchiert wurde sind mir doch einige Fehler aufgefallen auf die ich nun näher eingehen möchte.

Die These besagt, dass der normale (Nichtlive)Rollenspieler binnen 24 Stunden das zeitliche Segnen würde, da er von Pest, Pocken und Lepra dahingerafft wird oder einfach nur seinem Asthma oder Diabetes erliegt. Als Antithese am Beispiel des Bakteriums Yersinia Pestis muss ich hier aber anmerken, dass die Inkubationszeit der Beulenpest durchaus nur 7 Stunden betragen kann, der Krankheitsverlauf der in den meisten Fällen zum Tod führt dauert in der Regel aber 8 Tage. Ätsch!  (Kann man hier bei Wikipedia nachlesen).

Außerdem vertrete ich die Annahme, dass im Mittelalter die Luft eindeutig sauberer war als im Industrie-Zeitalter. Man kann also davon ausgehen, dass sich bei den Asthmatischen-Rollenspieler durch den Besuch im Mittelalter eher eine Besserung einstellt. Viel schlimmer für die Rollenspieler ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass Amerika noch nicht entdeckt ist. Das bedeutet: Keine Kippen! Kein Cola! Kein Fast-Food! Mir ist schleierhaft warum diese Tatsache nicht in den Artikel mit eingeflossen ist. Würde der Wegfall solch Lebenswichtiger Dinge doch eine große Anzahl der Rollenspieler doch sofort in den Suizid treiben.

Des Weiteren steht da, dass einige von schlecht gelaunten Bürgern, Räubern oder wilden Tieren getötet werden, da sie Körperlich überlegen sind. Wieder falsch. Der durchschnittliche Rollenspieler der Neuzeit ist etwa einen Kopf größer als der durchschnittliche Bürger des Mittelalters, auf das Gewicht mag ich hier jetzt mal nicht eingehen.
Außerdem hat der Durchschittsrollenspieler wichtige Erfahrungen  im Zuge ständiger Gängelungen auf den Schulhöfen gesammelt, die ihm den Umgang mit unterbelichteten Halsabschneidern gelehrt haben, oder zumindest wie man ihnen effektiv aus dem Weg geht.
Worauf im Artikel wiederum nicht eingegangen wird, sind die Verhaltensweisen der Rollenspieler im Mittelalter. Während der normale Rollenspieler wohl die nächste Taverne aufsuchen würde um dort zu warten bis das Abenteuer beginnt, würde der MMORPGler zum nächsten Kreuzzugstekrutierungsbüro rennen um sich für den Raid einzutragen. Natürlich erst nachdem er sich dort über die Loot-Droprates der Heiden informiert hat und sichergestellt hat, dass er beteiligt wird, falls es einen Epic-Drop gibt.
Nachdem sie aber erfahren müssen, dass der Raid-Leader keine Ahnung hat was Teamspeak ist, wollen sie den Raid wieder verlassen, weil das ja so nix werden kann. Leider greift aber der Raid-Leader in solchen Fällen hart durch… RIP. Auf den Friedhöfen spielen sich dann dramatische Szenen ab, wenn eine Horde Geister verzweifelt versucht einen GM zu erreichen, weil die Sache mit der Resurecction ganz offensichtlich verbuggt ist.
Die normalen Rollenspieler stehen derweil am Pranger, weil sie ihr Bier in der Taverne nicht bezahlen konnten und der Wirt sich gegenüber jeglichen Argumenten wie “…aber wir haben doch das Land bereits 2741mal gerettet” oder “…aber ich bin doch DER Held” ziemlich resistent erwiesen hat.

Kommen wir aber jetzt zu den Liverollenspielern und der These, dass sie bis zu zwei Tagen überleben könnten. Gut, unter der Annahme, dass die meisten Cons von Freitag Abend bis Sonntag Früh dauern, könnte man dadurch erschließen dass der Neuzeitlichedurchschnittsliverollenspieler in der Lage ist zwei Tage ohne moderne Technik auszukommen. Die COM und DF Besucher haben dann schon mal bessere Karten… die schaffen dann schon ne gute Woche. Gute Chancen hätten auch die Congriller, die sich einfach nur ein ruhiges Plätzchen suchen und die ganze Sache aussitzen (danach aber unbedingt die Contage bestätigt haben wollen) (btw. gabs für die Probanten der Studie eigentlich Contage?).
Reenacter wurden bei der Studie übrigends nicht befragt, sind ja auch keine Rollenspieler, die tun nur so als würden sie eine Rolle spielen :) Ich gehe davon aus, dass auch sie den ersten Tag nicht überlebt hätten, nachdem sie zu jedem hingegangen wären mit den Worten:”Die Schuhe passen aber nicht zu der Tunika. Das ist überhaupt nicht A!”.

Soweit jetzt mal mein Senf dazu. Wer sich wirklich mit dem Thema “Moderne Menschen im Mittelalter” auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Buch Timeline (nicht den Film, der Film ist Müll!).

 

 

 

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This entry was posted on Dienstag, Dezember 6th, 2011 at 09:24 and is filed under Allgemein, Fundstücke. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

6 comments so far

maigla
 1 

Euch ist aber schon aufgefallen das besagter Artikel Satire ist?

Dezember 6th, 2011 at 12:42
Shadom
 2 

Ähh Psotillon ist ein REINES Satire Magazin. Da da drin ist nichts recherchiert und nichts ernstgemeint. Steht auch in deren eigenen FAQs..

Dezember 6th, 2011 at 13:07
 3 

Den beiden Kommentatoren ist hoffentlich aufgefallen, dass die Antwort auch nicht ganz ernstgemeint klingt.

Dezember 6th, 2011 at 15:25
Jari
 4 

Christoph: Ich hoffe es schwer!

Dezember 7th, 2011 at 11:56
Nick
 5 

Ich hoffe übrigends auch, dass mein Artikel nicht allzu ernst genommen wird :)

Dezember 7th, 2011 at 22:06
Bernd
 6 

Zum Thema Zigaretten bzw Tabak: Vielleicht war Nicotiana tabacum noch nicht entdeckt, aber es gan ja genug Ersatz um was in der Hand zu haben. Und seis auch nur irgendwas halluzinogenes (was auch gerne mal im Bier war^^), damit die Welt doch wenigstens nen bisschen schön ist. *g*

Dezember 14th, 2011 at 20:02

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