Archive for the ‘Kathi’s wunderbare Welt des Larp’ Category

In einer Welt, in der oft nicht nur Dämone und Untote das beschauliche Leben zu einem rassanten Abenteuer verwandeln, sondern auch die Götter selbst es nicht lassen können immer und immer wieder persönlich einzugreifen, ist es nahezu unmöglich, nicht an höhere Wesen zu glauben.

Man müsste auch schon blind und taub durch das Leben gehen, denn die Herrschaften der göttlichen Fraktion haben die Eigenart, beispiellos dezent in das Leben der Sterblichen einzugreifen.
Read the rest of this entry »

18
Aug

Kathis wunderbare Welt des Larp – Des Königs Krone

   Posted by: Katharina Tags:

Ein jedes Land hat seinen Herrscher, vom Baron bis zum Gottkönig ist alles vertreten und wird bespielt. Keine Baronie ohne Baron, keine Grafschaft ohne Grafen und Reich ohne Souverän. Mag sein, dass es nicht immer ein gekröntes Haupt ist, dass dieses wunderbare Land regiert, aber einen Herrscher, einen Anführer oder eine elitäre Gruppe von mächtigen Personen, die über die Geschicke des Landes bestimmen gibt es immer.

Eigentlich auch keine schlechte Sache, oder? Ich meine, wie soll es sonst möglich sein, als Ritter im Dienste eines edlen Herren zu stehen oder sich für eine grausame Lady ins Unglück zu stürzen? Und – was noch viel schlimmer ist – über was sollen denn die Bauern den lieben langen Tag schimpfen, wenn nicht über die Obrigkeit?

Das Interessante am Adel ist aber nicht allein die Macht, das Ansehen und die schönen Kleider. Nein! Da gibt es noch viel mehr… allein die Intriegen! Denn was für den Bauern der Klatsch und die Schimpferei über die Obrigkeit ist, das sind die Intriegen für die hohen Damen und Herren. Ich bezweifele stark, dass es auch nur einen Adeligen gibt, der nicht genussvoll am Stuhl eines anderen sägt…. sei es, um dessen Position einzunehmen, sei es, um ihm einfach einen Denkzettel zu verpassen, wegen eine abfälligen Bemerkung, die so beiläufig war, dass man sich selbst nicht einmal mehr daran erinnern kann.

Wie schön ist es doch, dieses ganze Auf und Ab, dieses stetige Bangen um die eigene Position und der Versuch, immer neue, immer bessere Bündnisse zu schließen. Und – ganz wichtig! – dabei stets wie die strahlend weiße Unschuld erscheinen.

Und doch, es gibt immer eine Person im Reich, die unantastbar auf dem höchsten Amt des Reiches thront. Nicht, dass man es nicht versuchen würde, aber wenn man dieser Person zu gefährlich wird, wird man unweigerlich dafür bluten. Im Prinzip eine durchaus verständliche Reaktion… wenn… tja, wenn sie auch tatsächlich im Spiel geschehen würde und nicht auf Informationen beruhen würde, die nur der Spieler, nicht aber der Charakter weiß.

Ja, sicher, solche Nasen gibt es, werdet ihr euch denken.
Da muss man sich nicht lange ärgern.
Da kann man sich ja ganz einfach an die Orga wenden, schließlich ist sie ja dafür zuständig, solche nasigen Aktionen im Reich zu unterbinden. Und der Orga wird niemand widersprechen, da sie nicht nur Orga ist sondern auch… oh…ja sicher… mit ihrem SC-Chara auf dem höchsten Amt des Reiches sitzt.

Mit dieser Erkenntnis ist man schon einmal einen Schritt weiter. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten:
Man spielt seinen Adeligen weiter, wie gehabt, und hofft darauf, dass der werte Herr Landesfürst oder die holde Dame als Orga soviel Professionalität besitzen, um zu erkennen, dass das reines Spiel und kein Versuch ist, die Orgaposition an sich zu reißen.
Oder aber, man lässt – wie ein verbranntes Kind – die Finger davon, huldigt dem großen unantastbaren Orgagott und betet, dass es dieses Sakrileg gnädiger Weise übersieht.

Und doch… ist dieser Handschuh einmal geworfen, hat man – unbedacht und nur im Spiel – auch nur einmal die Hand nach der Krone ausgestreckt, wird es selten wieder so sein, wie zuvor. Der paranoide Souverän wird dich beobachten, über jeden deiner Schritte wachen und in seiner Angst, du könntest ja vielleicht doch noch immer den Wunsch nach Krone, Land und Orgawürden hegen, wird er in all deinem Tun nur eine besser verschleierte Intriege sehen, die dich näher an dein Ziel bringen soll. Und so wird er natürlich auch alles tun, um seine Position zu schützen. Er KANN ja auch alles tun, schließlich ist er ja Landesorga.

Letztendlich bleibt einem nichts anderes übrig, als seine Sachen zu packen und das Land zu verlassen, um ein eigenes Reich zu gründen. Und da werd ich’s dann besser machen! Bestimmt! Und damit mir auch kein anderer dreinreden kann, setze ich mir die unantastbare Krone auf Haupt.

Nun… eigentlich wäre das ein schöner Schluss für diesen Artikel, aber noch habe ich nicht die entscheidende These in den Raum gestellt:

Ein König, den man nicht stürzen kann, ist wie eine unüberwindliche Mauer: er gibt eine gewisse Sicherheit, aber er schränkt das Spiel auch gewaltig ein. Der eigentliche Reiz des Spiels entsteht doch aber nicht aus der Sicherheit heraus, sondern durch das Abenteuer und jedes Abenteuer birgt Gefahr.
Ist es nicht viel schöner für ein Land und reizvoller für das Adelsspiel, wenn man stets die Gewissheit hat, dass jeder – auch der oberste Landesherr – von seinem Thron gestoßen werden kann? Dass die Möglichkeit besteht, muss ja nicht unbedingt heißen, dass es leicht ist.

Ich für meinen Teil bespiele auf jeden Fall lieber ein Land, in dem ich weiß, dass ich mir wirklich etwas erarbeiten kann. Ich kann sogar dem König seine Krone klauen und sie mir selbst auf mein eigenes größenwahnsinniges Haupt setzen…

…und ich freue mich auf all die schlaflosen Nächte, die darauf folgen werden, denn ich fürchte, ich bin nicht die einzige, die in diesem Land nach der Königswürde trachtet.

21
Jul

Kathis wunderbare Welt des Larp – Von Pilzen und Ländern

   Posted by: Katharina Tags:

“Ich grüße euch, mein Herr, werte Dame, mein Name ist Farin Feuertanz vom fernen Feenreich Firilon. Sicherlich habt ihr schon unzählige Geschichten von meiner Heimat gehört…”

Nein, habe ich natürlich nicht… wie auch? Ich kann mir ja kaum die ganzen Länder und Landstriche von meinem eigenem Land merken… von dem Heimatlandes meines Charakters einmal ganz abgesehen. Aber trotzdem, man ist ja höflich, oder versucht selbiges ab und zu. Also lächele ich und nicke und versuche, mir einen weiteren Namen zu merken.

Seuftsen schiele ich in meinen Krug, stelle fest, dass noch genug Bier vorhanden ist, und lehne mich zurück, um die Geschichte vom Feenreich Firilon zu hören.

Nach den ersten paar Sätzen bin ich überrascht… etwa fünf Augenblicke später vom Landeshintergrund mitgerissen. Schließlich lausche ich gebannt der unglaublich detailierten Geschichte, fiebere bei den spannenden Ereignisse der letzten hundert Jahren mit. Den Rest des Abends verbringe ich mit einem weiteren Krug Bier (oder zwei…oder drei) und unzähligen Anekdoten über Farins Heimat, die mir Lachtränen in die Augen treiben.
Schließlich – es graut schon der Morgen und ich habe nicht das Gefühl, dass Farin mir auch nur einen Bruchteil von seinem Land erzählt hat – habe ich das Land zu lieben gelernt. Und so frage ich begeisterd, wo denn Firilon liegt.

“Nun…”, meint Farin Feuertanz daraufhin ein wenig kleinlaut. “…weit entfernt… nicht in den Mittel- oder Südlanden und auch nicht auf Mythodea…”

Im ersten Moment bin ich ein wenig enttäuscht. Nicht etwa, weil das wunderbare Reich Firilon nicht auf einem der großen Kontinenten liegt, sondern wegen seiner Reaktion.

Oh ich kenne schon so viele Diskussionen, warum Länder, die nicht zu einem dieser drei Kontinente gehören, eigentlich nicht existieren sollten und ohnehin nur kindische Spielereien sind (eine Behauptung, die ich gerade bei unserem Hobby ein wenig… gewagt finde). Diese drei Kontinente bieten schließlich Platz genug für jeden, so sagt man, jeder kann sich innerhalb dieser Grenzen frei entfalten, erzählt man sich.

Seltsam… ich bin immer davon ausgegangen, dass Fantasie keine Grenzen hat… Warum müssen wir uns also Grenzen errichten? Nur um die Wichtigkeit des eigenen Landstrichens weiter hervorzuheben und zu sichern?

Ein eigenes Land auf einen dieser drei Kontinente, ist zu einem Statussymbol geworden. Einem Symbol, das irgendwie schwerer zu wiegen scheint, als detailverliebte Arbeit, schöne Geschichten und ein stimmiger Hintergrund.
Als mir einmal erzählt wurde “Ihr kennt doch diesen Fisch, der auf der Karte der Mittellande im Meer eingezeichnet ist? Nun… unser Land liegt darunter verborgen” musste ich schmunzeln, denn die Idee ist gut… aber traurig, da sie auch zeigt, wie wichtig es geworden ist, ein Teil der streng reglimentierten Karten zu sein.

Und auch, wenn ich dadurch nur einen weiteren begrenzten Ort schaffe, so gefällt mir der Gedanke eines “Tausend-Insel-Reiches” doch ausgesprochen gut…. ein Ort für all die Länder, die in den Mittel- und Südlanden und auch in Mythodea keinen Platz finden. Ein Ort mit so vielen, so unzähligen Inseln, dass es unmöglich ist, sie alle zu kennen….

Denn, meine Lieben, Länder sprießen in unserer Welt wie Pilze aus dem Boden, vereinzelt oder in Scharen, versteckt oder offen, klein oder groß. Bei seinem Weg durch die Larp-Welt muss ebenso wie bei einem Waldspaziergang Acht geben, nicht versehentlich darauf zu treten, denn es sind wirklich wunderschöne Exemplare darunter.

Ein friedlicher Wald. Die zartgrünen Frühlingsblätter an den silbrigen Buchen halten einen großen Teil des Sonnenlichtes zurück, so dass die warmen Strahlen vereinzelt durch die Zweige scheinen und goldene Muster auf den mit Buschwindröschen übersäten Waldboden malen. Die Stille wird nur von dem leisen Surren der ersten Bienen und einem kleinen Vogel, der seine Freude über diesen wundervollen Tag, in die Welt singt.
Der kurze Regenschauer von letzer Nacht ist längst vorrüber und nur noch ein paar kleine Pfützen erinnern noch daran.

Doch plötzlich – ein entferntes Krachen, als ob etwas mit brachialer Gewalt durch das Gebüsch brechen würde. Dann wieder Stille. Perfekte Stille dieses Mal, denn der kleine Vogel schweigt voller Angst und auch die surrenden Bienen suchen ihr Heil in der Flucht oder stellen sich schlichtwegs tot.

Du greifst nach deiner Waffe. Schon nach wenigen Herzschlägen ist der mit Leder umwickelte Griff deines Schwertes schweißnass. Die Ruhe ist fast bedrohlicher, als das Knacken und Krachen. Beinahe unbewusst suchst du einen sicheren Stand, hebst deinen Schild ein wenig und blickst dich misstrauisch um.

Nach einer Weile wagt der kleine Vogel wieder ein paar Töne. Lange nicht so jubilierend wie zuvor und abgehackt, als würde er immer wieder inne halten, um zu lauschen. Noch immer schlägt dein Herz voller Anspannung. Nicht sonderlich schnell, aber so laut, dass es in deinen Ohren wie der Trommelschlag einer Sklavengaleere klingt.

Seltsam, du müsstest doch eigentlich ruhiger werden, statt dessen aber werden die leisen Trommelschläge immer lauter. Der Gesang des kleinen Vogels hat sich geändert. Schrille, panische Töne, die fast die Trommel deines Herzens übertönen. Halt! Das sind keine Trommelschläge, das sind Schritte! Mit wachsender Panik blickst du dich um. Die Oberfläche der Pfützen beginnt sich zu kräuseln und schlägt Wellen im Takt der näher kommenden Schritte.

Es ist zu spät, um jetzt noch nach einem Versteck zu suchen. Zu spät, um jetzt noch zu fliehen. Die Konfrontation mit diesem Wesen lässt sich nicht mehr vermeiden.

Da plötzlich bricht ES unmittelbar vor die aus dem Wald und bleibt auf dem Weg stehen.

Dünne, blonde Strähnen kleben verschwitzt an einem hochroten Kopf, die spühlwasserfarbenen Augen scheinen fast aus ihren Höhlen zu quillen und ein unförmiges Maul schnappt keuchend nach Luft. Es röchelt, stützt sich auf einen Bogen, der unter dem Gewicht zu zerbrechen droht und tastet mit unkoodinierten Bewegungen nach einer Tasche, die es sich umgehängt hat.

Während dein Blick der taschtenden Hand folgt verspürst du eine leichte Übelkeit. O ihr Götter! Wie konnte es gelingen, diesen gewaltigen Körper in ein Mieder zu zwängen? Das Wesen hat offensichtlich in der Tasche gefunden, nachdem es gesucht hat, und zieht eine Schachtel Kippen hervor.

“Ich grüße euch, edler Recke”, quäkt es und zieht an der Zigarette, als ob sein Leben davon abhängen würde. “Ich bin Arowen Sternenglanz.”
Nachdem du sie immer noch perplex anstarrst, fügt sie nach einer Weile hilfreich hinzu: “Vom Stamm der Waldelfen…” Und während du noch mit hysterischen Lachen kämpfst, das unaufhaltsam in dir hochzublubbern beginnt, spricht sie weiter. “Könnt ihr mir helfen? Ich habe mich im Wald verlaufen….”

So gerne ich jetzt schreiben möchte, dass diese Geschichte natürlich grenzenlos übertrieben ist, muss ich mich doch leider an die Wahrheit halten und gestehen, dass das hier weder erfunden noch ein Einzelfall ist.

Leider ist es bei der Darstellung einer Elfe mit schauspielerischer Höchstleistung noch lange nicht getan. Und auch wenn wir uns alle, was unser schauspielerisches Talent angeht, zielsicher als das einschätzen können, was wir sind – nämlich begnadete Künstler – sind wir leider oft mit Blindheit geschlagen oder haben noch nie im Leben in einen Spiegel (oder auf eine Wage) geblickt.
Natürlich gibt es auch in jeder anderen Rasse augenkrebserzeugende Irrläufer, aber nirgends sind sie so dicht gestreut wie in der Elfenpopulation. Aber lassen wir einmal die äußerlichen Hindernisse bei Seite.

Elfen verfügen in der Regel über ein langes Leben (diverse Begegnungen mit Spitzohrenjäger im Allgemeinen und Zwergen im Besonderen einmal ausgeschlossen) und damit auch über eine gewisse… Lebenserfahrung. Eine Lebenserfahrung, die der von uns Normalsterblichen natürlich haushoch überlegen ist. Hat man jetzt also die rein äußerlichen Hindernisse überwunden, so scheitern die meisten leider an der Darstellung.
Denn auch wenn die weitläufige Meinung anders zu sein scheint: Weisheit lässt sich nicht durch Arroganz erzetzen.

Aber ich muss gestehen, ich habe selbst keine spitzen Ohren. Für meinen sehr menschlichen Verstand wird es also für alle Zeit unbegreiflich bleiben, warum die Elfenspieler es vorziehen, das letzte bisschen Glaube an die elfische Rasse mit nervtötenden Diskussionen auszurotten, anstatt mit schöner Darstellung und gutem Spiel uns eines Besseren zu belehren.

So traurig es ist, aber wem wundert es noch, dass das schöne und edle Volk der Elfen einen so schlechten Ruf hat? Schließlich wird jeder von uns, sobald er auf Con geht, von einem Rudel Kubikelfen wortwörtlich überrollt, wir müssen uns dann von einem Spitzohr mit dem Wortschatz eines 2-Jährigen von oben herab behandeln lassen. Wenn wir dann aber endlich auf einen “echten” Elfen treffen, sind spitze Ohren bereits zu einem roten Tuch für uns geworden.

Darum bitte ich euch, o ihr schönen Elfen, ihr edlen Elben, habt Geduld mit uns Menschen. Unsere Lebensspanne ist für euch nur ein Atemzug, aus eigener Kraft können wir eure Weisheit nicht verstehen und sind blind für das, was ihr sehen könnt. Lehrt es uns, lasst uns die Schönheit, die Eleganz der Elben sehen, helft uns, wieder daran zu glauben.

Erweckt euer Volk wieder zum Leben!