Die ersten Münzen die ich selbst aus Zinn gegossen habe, hatten eine ganz klassische Vorlage aus Fimo. Dazu habe ich einfach auf zwei Scheiben ein Motiv modelliert, die Scheiben im Backofen härten lassen und dann zusammengeklebt. Mit dieser Technik lassen sich recht ansehnliche Ergebnisse erziehlen, mir waren die Motive auf den Münzen aber noch nicht filigran genug. Nach einiger Zeit des Grübelns kam dann meine Frau auf die Idee, die Vorlage für die Münze als Negativ in eine Linoleum Platte zu schnitzen. Gesagt getan, Motiv aufgezeichnet und mit dem “Spezialwerkzeug” herausgeschnitzt. Mit ein wenig Übung, Fingerspitzengefühl und Sorgfalt kam ein richtig tolles Motiv zu stande.
Im nächsten Schritt wurde ein Klumpen Fimo in die so entstandene Form gepresst. Dieser Teil entpuppte sich als gar nicht so leicht. Durch experimentieren haben wir herausgefunden, dass es am besten ist, auf das Fimo noch eine weitere Linoleum Platte zu legen und mit einer Rolle das Fimo in die Form zu walzen. Man sollte mehrere Versuche machen und nur die gelungenen Vorlagen behalten. Der Rest ergibt sich wie gehabt. Man backt die Vorlagen und klebt dann die Vorder- und Rückseite aufeinander. Dann kann man entweder die Kanden vorsichtig abschleifen oder mit etwas Fimo einen Rand modellieren und die Vorlage nochmal backen.
Diese Technik eignet sich vor allem, wenn man mehrere Vorlagen für eine mehrfach Form benötigt. Leider habe ich keine Fotos zu diesem Beitrag, da meine Digicam grade ihren Dienst verwehrt. Ich wünsche trotzdem viel Spaß beim Nachmachen.
Im Video, dass ich euch zeigen möchte macht der Künstler eine Haut aus Fimo, die er über eine Käferskulptur legt. Der Witz dabei, er mischt UV-Aktives Fimo mit normalem Fimo und erzielt dadurch einen erstaunlichen Effekt. Die Struktur der Haut kommt dadurch zustande, dass mehrere Schichten Fimo wie eine Zigarre aufgerollt werden und dann in kleine Scheiben geschnitten werden. In diesem Video sieht man auch, wie eine Pastamaschine zum kneten eingesetzt wird. Wann immer man sich in der Werkstatt eines Künstlers, der mit Fimo, Sculpey o.ä arbeitet umsieht, dann steht irgendwo so eine Maschine rum.
Im letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie das Amulett modelliert wurde. Hier möchte ich jetzt zeigen, wie ich es vergoldet habe. Zum vergolden verwende ich Schlagmetall aus dem einfachen Grund, weil es billiger ist als Blattgold. Schlagmetall und den dazugehörigen Kleber bekommt man im gut sortierten Bastellgeschäft. Das von mir verwendete Schlagmetall ist dünngewalztes Messing. Die einzelnen Blättchen sind so dünn, dass sie durchsichtig sind, wenn man sie gegen das Licht hält. Das Zeug ist so dünn, dass es schon beim Anschauen reißt. Man sollte es nicht mit bloßen Fingern anfassen und beim Verarbeiten die Luft anhalten.
Als Hilfsmittel verwende ich Pinsel von unterschiedlicher Größe und Stärke. Die weichen Pinsel sind zum Auftragen des Metalls, die groben zum Glattstreichen.
Ich habe mir zum Ziel gesetzt ein Amulett für meinen Magier-Charakter aus Fimo zu basteln. Natürlich könnte ich genauso gut in den Esoterik Laden um die Ecke gehen und mir eines kaufen, aber ich möchte ein wirklich personalisiertes Stück haben. Wäre ja schlimm, wenn man auf Con einen anderen Magier mit dem gleichen Teil um den Hals begegnet, der einem erklärt, dass er das Amulett aus den Ruinen der alten Stadt Gorgonau geborgen hat und es den mächtigen Dämon Uzulkar beheimatet.
Bevor man richtig loslegt, muss man sich klarwerden, was man denn überhaupt machen will. Hier ist oft eine Bleistiftskizze hilfreich. Allerdings muss ich sagen, dass man es selten so hinbekommt wie man es geplant hat. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Mir geht es oft so, dass mir erst beim Modellieren die wirklich guten Ideen kommen und das fertige Stück am Ende besser aussieht, als die Vorlage. Auch welches Material man verwendet spielt eine wichtige Rolle. Ich habe mal wieder nur Fimo Soft hier rumliegen.
Das Modellieren mit Fimo bedarf einiger Übung, grade bei Fimo Soft. Es wird einem nichts verziehen. Einmal kurz berührt, schon hat man einen lästigen Fingerabdruck in seinem Werkstück. Einmal abgerutscht und schon hat man eine tiefe Furche die man wieder mühselig ausbessern muss.