Lykopodium ist ein echter Geheimtipp für Feuereffekte, egal ob drinnen oder draußen. Heutzutage wird es in der professionellen Pyrotechnik und von Feuerspuckern eingesetzt, aber schon steinzeitliche Schamanen machten sich das gelbe Pulver bei Ritualen zu nutzen. Lykopodium hat zwei große Vorteile, zum einen können damit ungefährlich schöne Flammeneffekte erzeugt werden, zum anderen gilt es nicht als Gefahrstoff und unterliegt somit keiner gesetzlichen Einschränkung.
Zuerst einmal ein paar Worte zur Herkunft. Lykopodium ist ein reines Naturprodukt um genau zu sein handelt es sich um die Sporen des Keulenbärlapps, einer Gefäßsporenpflanze, die auch als Wolfsklaue bezeichnet wird. Die goldfarbenen, kleinen Sporen des Keulenbärlapps werden auch gerne als Hexenmehl bezeichnet. Man kann sich schon denken, warum. Die Bärlappsporen werden nicht nur in der Pyrotechnik verwendet, häufiger kann man sie in medizinischer Anwendung finden, als Bio-Babypuder oder als Trennmittel für Pillen.
Jetzt aber zum eigentlich interessanten Teil, der Verwendung als Pyro-Effekt. Lykopodium brennt in reiner Form nicht. Man kann es also nicht einfach in eine Schale geben und anzünden. Damit ein schöner Effekt entsteht, muss es mit Luft vermischt, also zerstäubt werden. Dazu kann man einfach eine Hand voll des Pulvers nehmen und es ca. einen Meter über einer Kerze fallen lassen, oder es mit einem Blasebalg in die Luft pusten und mit einer Fackel entzünden. Zum Feuerspucken empfehle ich die Verwendung eines kleinen Röhrchens, in dem sich das Pulver befindet, im Fachhandel bekommt man so etwas unter dem Namen „Drachenzunge“.
Der Feuereffekt beim Lykopodium entsteht durch die Verbrennung der ätherischen Öle in den Sporen. Durch die Verwirbelung entsteht quasi der Effekt einer Mehlstaubexplosion. Die Flammtemperatur ist seht niedrig und bei der Verbrennung entsteht fast kein Rauch. Deswegen wird Lykopodium auch gerne als Special Effekt in Filmen eingesetzt, wo sich die Schauspieler in unmittelbarer Nähe von großen Feuerbällen befinden.
Grade für den kleinen Effekt zwischendurch lohnt es sich immer ein kleines Tütchen Bärlappsporen in der Tasche zu haben. Einen weiteren Effekt hat mir der Pyrotechniker meines Vertrauens empfohlen. Man füllt dazu die Sporen in eine Dose, die ein kleines Loch im Boden hat. Die Dose lässt man an einer Schnur um den Körper kreisen und entzündet die Lykopodiumwolke. Schöner kann man den Effekt eines Flammenschildes wohl kaum darstellen.
Trotzdem sollte man beim Umgang mit Bärlappsporen eine gewisse Vorsicht walten lassen. Ungefährlich heißt nicht gleich Hirn ausschalten. Grade wenn man sich an Effekten wie dem zuletzt beschriebenen versucht sollte man entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Für Unfälle jeglicher Art übernehme ich keine Haftung.

