Rokoko-Kleid Teil 1 – Die Planung

Rokoko

Gerade haben mir liebe Menschen sehr freundlich (und leider auch sehr bestimmt) mitgeteilt, dass ich doch ein Rokokokleid brauche.
Soweit kann ich dem ganzen ja noch zustimmen.

Dann meinten die selben lieben Menschen, dass ich es bis spätestens Oktober brauche.
Das ist jetzt der Moment, wo ein kleines Stimmchen in mir zu kreischen anfängt und irgendetwas von wegen “wir haben doch keine Zeit…” labert. 

Nun ja, eine Herausforderung, würde ich sagen. Ich nehme an!

Heute ist es allerdings schon zu spät, um schon mit dem Schnitt anzufangen… aber planen kann ich zumindest!

 

RokokoAus welchen Teilen besteht ein Rokoko-Kleid?

Ich kann mich nicht so recht mit dem wallenden Rückenteil einer Robe à la fanςaise anfreunden, also habe ich mich für die figurbetonte Robe Anglaise entschieden. Aber was brauch ich alles dafür?

  • eine Chemise
  • Panier, Poschen oder einen Springrock (weiß noch nicht, wofür ich mich entscheiden werde)
  • ein Korsett
  • mindestens einen Unterrock
  • die Robe Anglaise
  • Accessoires…man kann nie genug davon haben… also Hut, Fächer…

Welche Stoffe passen für ein Rokoko-Kleid?

Oje, jetzt wird’s schwierig.

Ich bin natürlich erst einmal dem Irrtum aufgesessen, dass diese “Toile de Jouy”-Stoffe absolut geeignet sind. Leider sind sie es nicht. Darauf sind zwar unter anderem Damen in Rokoko-Gewändern zu sehen, umringt von hübschen Bäumchen, Blümchen, Tierchen und dem starken Geschlecht, aber das sind wohl eher Möbelstoffe.Rokoko-Kleid

Und das waren sie – wie die erste Recherche ergibt – auch damals schon. Also Finger weg.

Leider sind die ersten Fundstücke bei meiner (zugegeben gerade etwas hastigen) Suche nach geeigneten gemusterten Stoffen meist entweder Augenkrebs-erregend oder aber mein Geldbeutel plärrt um Gnade… manchmal sogar beides!

Aber es muss ja nicht unbedingt ein gemusterter Stoff sein.

Beginnen wir also anders: welche Materialien?

Leinen, Wolle und Seide sind die erste Wahl zu dieser Zeit. Bei Baumwolle muss man schon vorsichtiger sein, aber – so wie ich das sehe – ist es durchaus noch akzeptabel. Ich werde also die Chemise, die “Hüfterweiterung (Poschen/Panier/Springrock)) und den ersten Unterrock schon allein aus Kostengründen aus Baumwolle machen.

Für die “Hüfterweiterung” und das Korsett werde ich Stäbe brauchen. Authentisch wäre Fischbein, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich sowas herbekommen soll. Also werde ich wohl eher die Kunststoff-Variante oder eben Federstahl verwenden.

Bleibt nur noch der 2. Unterrock und die Robe Anglaise.

Seide wäre wundervoll, aber teuer. Leinen…nun ja, es ist Oktober. Hier in bayerisch-Sibirien also quasi tiefster Winter. Also doch lieber Wolle oder zumindest ein Wollgemisch.

Und welche Farbe?

Die Filmindustrie präsentiert uns eine bonbonfarbene Pracht. Will ich wirklich ein Teil davon sein? Auf jeden Fall!
Mal sehen, ob ich etwas in der Art finde, aber eher in einer etwas gedeckten Variante.

Wie authentisch das ganze ist, kann ich leider nicht sagen. Aber in der kurzen Zeit ist es fast unmöglich, all die nötigen Informationen, Materialien und Schnitte zusammen zu suchen. Und auf meine geliebte Frau Elna (meine Nähmaschine) werde ich bestimmt nicht verzichten!

Die nächsten Tage werden also ganz der Stoffsuche gewidmet sein…

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