Mittelalter Kleidung Tutorial: Schrägband selber machen

Bügeln

Eine wunderbare Art, eine Stoffkante an mittelalterlicher Kleidung zu versäubern, ist, sie einfach mit einem Schrägband einzufassen. Schrägbänder gibt es in verschiedenen Farben, Größen und Materialien schon fertig zu kaufen, aber meistens nicht in der Farbe, der Größe oder dem Material, das man gerade bräuchte. Abgesehen davon, dass so ein Schrägband auch nicht ganz billig ist. Also, warum also nicht selber machen?

Warum heißt das Schrägband eigentlich Schrägband?

Ein Schrägband ist aus einem Stoffstreifen gemacht, der schräg zum Fadenverlauf zugeschnitten worden sind. Eigentlich lästig, wenn man bedenkt, dass man auf diese Weise nicht einfach nur stoffsparend Streifen schneiden kann, aber unbedingt notwendig, da das Band auf diese Weise dehnbar ist und sich besser um Kurven legen lässt.

Man sollte also unbedingt immer darauf achten, es auch tatsächlich schräg zuzuschneiden. Und keine Angst, was den Stoffverbrauch angeht, es gibt einen ganz einfachen Trick, wie man dieses Problem umgehen kann. Aber dazu kommen wir später…

Was brauch ich alles für ein Schrägband?

  • den gewünschten Stoff (am besten schon als Rechteck zugeschnitten)
  • Garn in der passenden Farbe
  • Lineal
  • Schneiderkreide, Sublimationsstift oder ähnliches
  • Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Schrägbandformer

Eigenes Schrägband Schritt 1: das Stoffband

Ein Schrägband – egal ob jetzt gekauft oder selbst gemacht – sollte im besten Fall möglichst lang sein. Wir werden also in keinem Fall drum herum kommen, einzelne Stoffstreifen aneinander zu nähen.

Hier gibt es schon einmal die erste Hürde:

NIEMALS die beiden Stoffstreifen gerade aneinander nähen, sondern immer schräg!

Zuschneiden_2

Das ganze klingt jetzt nach noch mehr Aufwand, aber ich hab ja von einem Trick gesprochen:

Wir haben ein rechteckiges Stück Stoff. Wir brauchen aber ein Parallelogramm.

Dazu klappen wir eine Ecke so um, dass wir einen 45° Winkel haben und schneiden entlang des Stoffbruchs. Jetzt haben wir ein rechtwinkliges Dreieck und ein Rechteck mit abgeschnittener Ecke.

Zuschneiden_3

Als nächstes nähen wir die beiden Stücke so zusammen, dass wir jetzt unser Parallelogramm haben.

Als nächstes zeichnen wir uns die Streifen an. Dabei sollte jeder Streifen die doppelte Breite des endgültigen Schrägbands haben.

Röhre_1

Jetzt könnten wir zwar schon Streifen schneiden und die Streifen dann zu einem langen Band zusammen nähen, aber wir sind ja faul und wollen sowenig Nähte wie möglich machen müssen. Also nähen wir den Stoff zu einer Röhre zusammen. Dabei müssen wir nur darauf achten, dass die beiden blau markierten Stellen aufeinander liegen.

Platt gedrückt sollte die Röhre jetzt so aussehen:

Röhre_2

Als letztes einfach endlang der Markierung schneiden und wir haben mit dem geringst möglichen Aufwand ein langes Stoffband.

Stoffband

Eigenes Schrägband Schritt 2: Bügeln

Ab jetzt ist alles ziemlich einfach: nur noch in den Schrägbandformer einlegen und Bügeln.

Bügeln_1

Das Einfädeln kann ein wenig nervig sein, aber auch hierfür gibt es einen simplen Trick:

Mit der Nähmaschine ein kurzes Stück in der Mitte des Stoffstreifens nähen und an beiden Seiten etwa 15cm Garn hängen lassen. Jetzt kann man das Garn in den Schrägbandformer einfädeln und wenn man nun daran zieht, legt sich das Band wie gewünscht zusammen.

Bügeln

Drüber bügeln und das Schrägband ist fertig.

Schrägband

Ich hoffe, das ist alles halbwegs verständlich beschrieben. Viel Spaß beim nachmachen!

Schreib eine Antwort

Du kannst folgende html Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>